VW baut jetzt das Ein-Liter-Auto

  • Ja, richtig gelesen, VW wird das Ein-Liter-Auto (VW XL1) bauen und plant hierfür die Markteinführung im Jahr 2013.


    Nun gingen ja schon viele Gerüchte auf Seiten VW um diese schon im Jahr 2002 vorgestellten Studie um. Durch die vielumjubelte Jungfernfahrt durch VW-Chef Ferdinand Piech wurde das Projekt in Fachkreisen bekannt und auch in den Medien publik gemacht. Die damalige fahrfertige Studie trug den Namen L1 und wurde von einem Einzylinder Dieselmotor mit Pumpe-Düse-Technik angetrieben. Die enorm aerodynamische Karosserie machte es erforderlich, dass die zwei Sitzplätze hintereinander angeordnet waren.



    Hier noch eine Information von Focus.de:
    "2005 wurde die Entwicklung aber gestoppt. Die Produktionskosten seien mit 35 000 Euro pro Wagen viel zu hoch gewesen, sagte Piëch dem Blatt."


    Erst im Jahr 2009 ging das Projekt wirklich einen Schritt weiter mit einer ersten "seriennahen" Version des L1. Wobei der 1-Liter Verbrauch nicht ganz erreicht wurde, die eins vor dem Komma steht aber. Dafür war nun ein Zweizylinder-Dieselmotor und ein Elektromotor (also ein Hybrid-Fahrzeug) an Board, der das doch zu dem ersten Konzept um ca. 50% höhere Gewicht straßentauglich antreibt. Zu dieser Zeit sprich man bei VW von einem Serienstart in 2010 (da haben wir ja was verpasst :?:)


    Nun, aktuell im Jahr 2011 gibt es eine weitere Nachricht:
    Es ist eine „Seriennahe Studie“ (wieder einmal ???) auf der Qatar Motor Show vorgestellt worden. Wieder ein Rückschritt im technischem Sinne: die Lithium-Ionen-Akkus müssen jetzt an der Steckdose geladen sein, um auf diesen Verbrauchswert zu kommen. Somit kommt man auf den ersten Kilometern (lt. Wikipedia: ca. 35 km) mit 0 Litern Verbrauch aus, wo anschließend dann der Verbrennungsmotors (mit ca. 1,9 Litern Verbrauch auf 100 Km) unterstützt. Kombiniert man nun diese Werte, kann man sich das ganze Schönrechnen und kommt zumindest auf den ersten 100 Kilometern so näher an das 1-Liter-Auto heran. Der spätere Verbrauch des Verbrenners liegt bei ca. 1,8 Litern mit vollen Batterien und bei ca. 1,9 Litern bei leeren Batterien.


    Der VW-Technikvorstand Ulrich Hackenberg hat den Prototypen dem ADAC vorgestellt. Bei dem XL1 sitzen die Insassen der Kohlefaserkarosserie wie gewohnt wieder nebeneinander, der Zweizylinder-Dieselmotor kann das Fahrzeug auf gut 160 Km/h beschleunigen, wobei für den Sprint von 0 auf 100 nur knappe 12 Sekunden benötigt werden. Hier spielt der 20-KW starke Elektromotor sein immer anliegendes Drehmoment voll aus, und das Fahrzeuggewicht von ca. 800 Kg tut das übrige... Ein Ladezyklus für die "Erstbetankung" der Akkus liegt bei ca. 90 Minuten an einer herkömmlichen 220 Volt-Steckdose.
    Leider konnte auch der ADAC noch nicht herausfinden, mit welchem Preis der VW XL1 auf den Markt kommen wird.


    Und wieder wird der Serientermin für eine Kleinserie genannt: Das Jahr 2013, also wieder eine Verschiebung um 2 Jahre, allmählich kommt man sich verschaukelt vor. Häppchenweise bekommt man (mehr oder weniger gute) Gutsies vorgeworfen, immer mit der Hoffnung, dass sich der Autofahrer daran erfreut und weiterhin die Automobil- und Öl-Lobby weiter bezahlt. Ein wirkliches Interesse an einer zukunftsweisenden Technik von Seitens der hersteller ist immer noch nicht erkennbar. Alleine der Ort für die Präsentation im (Öl-)Scheichtum Quatar ist doch der beste Hohn für eine solches Projekt.

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