Fiat kauft Maserati von Ferrari, um Alfa Romeo zu stärken
17. Februar 2005: Wie der italienische Automobilkonzern am Mittwoch, 16. Februar, in Rom bekannt gab, wird Fiat das Eigentum an der Sportwagenmarke Maserati, das derzeit zu 100 Prozent bei Ferrari liegt, "so schnell wie praktisch durchführbar" auf Fiat übertragen. Fiat hält 56 Prozent der Anteile an Ferrari. Die Marke Maserati, 1914 gegründet, wurde im Jahr 1993 von Fiat gekauft und sechs Jahre später von Ferrari übernommen.
Durch die Transaktion, die gleich nach der Trennung zwischen Fiat und dem amerikanischen Partner General Motors (GM) beschlossen wurde, beabsichtigt Fiat eine enge technische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Alfa Romeo und Maserati. Davon werde vor allem Alfa Romeo in seinem Segment und auf den internationalen Märkten profitieren, wie es Maserati bereits gelungen sei. Maserati jedoch werde seine Zusammenarbeit mit Ferrari, die zum Aufschwung der Marke beigetragen hat, fortsetzen – vor allem auf industrieller Ebene sowie in den Bereichen Technik, Motoren und Vertriebsnetz.
Hintergrund ist das Ende der "Ehe" zwischen GM und Fiat. Am Sonntag, 13. Februar, hatte sich GM mit den Italienern darauf verständigt, durch eine Entschädigungszahlung in Höhe von 1,55 Milliarden Euro zu verhindern, dass Fiat die Put-Option zieht, die die Amerikaner zur Übernahme der Sparte gezwungen hätte. Jetzt sehen Experten den Weg für den Turiner Automobilhersteller frei, eine tiefgreifende Umstrukturierung vorzunehmen. Dieselben Insider halten ferner, was Ferraris Trennung von der Verluste schreibenden Marke Maserati angeht, einen Zusammenhang mit dem bevorstehenden Börsengang von Ferrari für denkbar.
Autor(en): Thomas Jungmann